10.10.20 – Weiter nach Brokdorf

Um 10:39 Uhr geht es Richtung Brokdorf im Kreis Steinburg, wo sich das Kernkraftwerk befindet. Auf dem Weg fahren wir an Pferden, Schafen und Kühen vorbei, sowie an einem riesigen Feld mit Sonnenblumen. Ein kleiner Umweg führt uns durch Wackeln, wo wir ganz allein unterwegs sind.

Nach 48 km erreichen wir um 11:39 Uhr unser Ziel.

Ein Blick auf den Deich zeigt uns eine malerische Landschaft mit Schafen. Wir schließen das Stromkabel an und haben Glück: Wir müssen nichts bezahlen, da der Vorbesitzer noch Reststrom hatte. Also hinterlegen wir 10 EUR für die Nacht und unsere Anmeldung mit genauer Adresse. Die große Toilette mit Dusche ist sauber und einladend.

Nun wollen wir die Elbe sehen. Also machen wir uns auf über den Deich. Slalom ist angesagt, denn überall liegen große und kleine Schafsködel. Es ist windig, aber die Sonne scheint.

Wir werfen einen Blick auf das Atomkraftwerk, das als weltweit erste Anlage nach dem Reaktorunfall in Tschernobyl am 08.10.1986 in Betrieb ging. Am 24. April 2010 demonstrierten 100.000 Menschen in einer Kette zwischen den Kernkraftwerken Brunsbüttel, Brokdorf und Krümmel gegen die Atomkraftwerke. Seit 1986 findet am 6. jedes Monats eine Mahnwache vor Tor 2 des Kernkraftwerks statt. Dort gibt es auch eine Erinnerungsstätte für die Katastrophen von Tschernobyl, Fukushima und den Atombombenabwurf in Hiroshima. Ende 2017 beantragte der Betreiber die Stilllegung und den Abriss des Meilers, was über 15 Jahre dauern wird. Die endgültige Abschaltung muss laut Atomschutzgesetz am 31.12.2021 erfolgen.

Auf dem Rückweg wird Lea von einem verliebten Schaf verfolgt. „Mäh, mäh!“ ruft es, und Lea spurtet atemlos zu Rolf und Arne. Geschafft! Sie lacht, ist in Sicherheit.

Im Wohnmobil ist es kuschelig warm. Gitti macht Hefeteig mit den Händen, ganz ohne Mixer. Heute Abend gibt es Pizza aus dem Omniatopf. Plötzlich ertönt die Melodie von „La Cucaracha“ – ein Eiswagen kommt vorbei! Lea und Arne springen auf und rennen begeistert zum Wagen. Das Eis ist köstlich, auch wenn die Zunge dabei friert.

Es ist 18:30 Uhr, und es regnet in Strömen. Die Pizza duftet verführerisch und wird verspeist. Sie war gut, aber beim nächsten Mal nehmen wir nur die Hälfte vom Teig und backen sie 20 Minuten lang.

Zum Nachtisch gibt es Birnen und Mandarinen aus der Dose. Danach schauen wir uns „Hubert und Staller“ an. Um 22:30 Uhr geht es dann ins Bett.